Geschichte

Aus der Geschichtsdokumentation zum Anlass des 25-jährigen Jubiläums der UBS Wiedikon im Jahr 1983

Der Alemannenhof

vor 800 Der Alemanne Wiedo siedelt sich an.
889 Erste urkundliche Erwähnung von Wiedikon: Perchtelo vermacht einen Teil seines Besitzes an das Stift Felix und Regula in Zürich.
1210/18 Zweite urkundliche Erwähnung von Wiedikon in einem Zehntenbeschrieb der Kirche St. Peter.

Der Reichshof

1259 Ritter Jakob Mülner verkauft den zum Reichshof Wiedikon gehörenden Talacker an das Kloster Selnau. Erste Angabe über die Rechtsverhältnisse in Wiedikon: Als kaiserliches Gut ist der Hof den Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg zur Leihe gegeben. Sie sind als Vögte die Inhaber der hohen und der niederen Gerichtsbarkeit.
vor 1429 Die "Offnung" von Wiedikon wird aufgeschrieben. Es handelt sich offenbar um eine Revision der bisherigen Offnung mit Anpassung an die neuen Rechtsverhältnisse.
1442/43 Wiedikon erscheint erstmals in einem Rodel über die militärische Macht Zürichs. Es hat 4 Armbrustschützen und 12 Mann mit Hellebarden zu stellen.
1443 Auf Wiediker Boden wird die Schlacht bei St. Jakob an der Sihl ausgetragen.
1463 Aesch wird der Vogtei Wiedikon angeschlossen.
1488 Wiedikon und Aesch haben 10 Gulden an den Ausbau der Grossmünstertürme zu zahlen.

Die innere Vogtei von Zürich

1504 Das grosse Eidgenössische Freischiessen wird auf dem Sihlfeld abgehalten. Wetzel von Wiedikon gewinnt den 4. Preis von 35 Gulden. Rudi Zerlinden erscheint als erster urkundlich nachweisbarer Untervogt von Wiedikon.
1527 Zürich übernimmt vom Grossmünsterstift die Vogtei Albisrieden und schliesst diese mit Wiedikon zusammen.
1531 Aus Wiedikon und Enge werden 6 Männer gemeldet, die in der Schlacht bei Kappel gefallen sind.
1599 Die Bürger von Wiedikon richten mit solchen aus Enge und Albisrieden und den Stadtquartieren herwärts der Limmat zusammen eine Eingabe an den Rat. Sie erbitten eine zweite deutsche Schule.
1620 Die Gemeinde Wiedikon kauft mit Erlaubnis des Rates von Zürich das Haus Heinrich Kellers, um fortan darin Gericht und Schule zu halten (heute "Falken").
1637 Das älteste Bevölkerungsverzeichnis von Wiedikon umfasst etwa 440 Einwohner.
1667 Auf der zweiten Ausgabe von Gygers Kantonskarte erscheint zum ersten Mal der Reichsapfel als Wappen von Wiedikon.
1674 Im Meyerschen Wappenbuch wird das Gemeindewappen mit dem Reichsapfel aufgenommen.
ca. 1720 Bau des ersten Bet- und Schulhauses an der heutigen Zweierstrasse, das alte Schul- und Gerichtshaus wird Gesellenhaus.
1731 Im Gesellenhaus wird eine Schildtafel mit den Wappen der Bürger gegründet.
1752 Das alte Schul- und Gerichtshaus wird als Gesellenhaus erweitert.
1756 Am Gesellenhaus wird ein Schild mit dem Wappen des Reichsapfels angebracht.
1764 Hans Jakob Bachmann, Säckelmeister, errichtet den jetzt vor dem Bethaus stehenden Brunnen
1787 Aussersihl wird von Wiedikon abgetrennt und zur eigenen Vogtei unter den gleichen Obervögten wie Wiedikon-Albisrieden.
1799 Wiedikon wird eine selbständige Gemeinde.

Selbständige Gemeinde

1803 Ein erster Gemeinderat wird gewählt und vereidigt. Erster Gemeindepräsident: Konrad Hausheer.
1806 Die Einbürgerung wird gesetzlich geregelt.
1812 Die Brandversicherung wird eingeführt, alle Häuser bekommen ihre Assekuranznummern. Wiedikon hat 59 Häuser.
1815 Die alten Stroffelweidzinsen (Abgaben für eingehegtes Gemeindeland) werden abgelöst.
1817/18 Ingenieur Dietzinger erstellt einen genauen Plan der Gemeinde.
1818 Gemeindebeschluss: Die sechs ältesten Gemeindebürger werden von der Pflicht zu Frondiensten befreit.
1823 Gründung des Gemischten Chores. Wiedikon besitzt 1 Taverne und 4 Weinschenken.
1830 Eine Nachtwächterordnung wird beschlossen.
1831 Es wird eine Schulpflege gegründet. Gründung des Männerchores.
1834 Die Einrichtung einer Metzgerei im Gesellenhaus wird bewilligt. Gründung der Papierfabrik an der Sihl auf dem alten "Moosgut", erste Industrieniederlassung in Wiedikon.
1836 Der spätere Bundespräsident Jonas Furrer wird aus dem Wahlkreis Wiedikon in den Grossrat gewählt.
1840 Wiedikon hat 1 Taverne und 11 Weinschenken.
1842 Das Gesellenhaus wird renoviert und erhält den aus Gelegenheitskauf stammenden "Falken"-Schild.
1847 Bau der Birmensdorferstrasse.
1848 Die Bundesverfassung wird einstimmig angenommen (wie in 40 anderen Gemeinden).
1849 Neues Schützenhaus im Sihlhölzli.
1852 Friesenberg, Döltschi, Au, Halde, Binz und Giesshübel, die 1787 bei der Abtrennung von Aussersihl diesem zugeteilt worden waren, kommen an Wiedikon zurück.
1859 Gründung einer Schützengesellschaft.
1861 Gründung des Frauenhülfsvereins.
1870 Wiedikon hat 2848 Einwohner.
1874 Gründung des Turnvereins.
1875 Einweihung der Üetlibergbahn. Einweihung der linksufrigen Zürichseebahn, die Wiedikon, welches noch keinen Bahnhof hat, durchfährt.
1876 Letzte grosse Überschwemmung an der Sihl.
1878 Gründung eines landwirtschaftlichen Vereins. Beginn der Sihlkorrektion.
1880 Die Gemeinde verkauft den "Falken".
1881 Bau des alten Bahnhofes Wiedikon.
1892 Letzter Bürgertrunk. Erste Anfänge einer Gemeindekrankenpflege. Stadtvereinigung : Wiedikon stimmt mit 1113 Ja gegen 22 Nein zu. Es gibt seine Selbständigkeit, die es 1799 erhalten hatte, auf.

Stadtquartier

1894 Wiedikon hat 8925 Einwohner. Bau der Wiedingstrasse und Entdeckung eines Kelten-und Alemannenfriedhofes.
1896 Einweihung der Kirche auf dem Bühl.
1897 Gründung der Zunft zu Wiedikon.
1898 Das erste Tram kommt nach Wiedikon.
1899 Abbruch des Kehlhofes.
1917 Gründung des Quartiervereines
1922 Gründung des Vereinskartells.
1957 Das achte Hochhaus in Wiedikon entsteht.
1958 Eröffnung SBG: Erster Autoschalter in der Schweiz.
1974 300 Jahre Wappen von Wiedikon.
1983 Wiedikon hat 13676 Einwohner.